Archiv für die Kategorie ‘Mai 2007’

2 Wochen = Urlaub??

Mai 27, 2007

Seit heute sind für mich die ersten zwei Wochen in Bergen um…2 Wochen, das ist im Normalfall genau die Zeit, die man in einem Urlaub verbringt. Theoretisch würde ich heute alle meine Sachen zusammenpacken. Theoretisch wäre heute Abreisetag. Theoretisch würde ich ab morgen damit anfangen, alle meine Eindrücke aus 2 Wochen Urlaub zu verarbeiten. und theoretisch würde ich in den nächsten Tagen Fotos entwickeln lassen.

Praktisch bleib ich hier. Praktisch sind es keine Ferien und praktisch kann ich viel mehr erleben als in zwei Wochen Urlaub.

2 Wochen hier zu leben fühlt sich auch nicht an wie zwei Wochen Urlaub. Wahrscheinlich liegt das daran, dass man im Urlaub so viel wie möglich an Attraktionen und Highlights mitnimmt, so dass man am Ende glaubt, einen ganzen Monat unterwegs gewesen zu sein. So ist es zumindest bei mir oft. Ich verarbeite erst im Nachhinein, wie viel ich eigentlich gesehen hab. Hier kann ich mir aber sagen, dass ich noch Zeit habe. Das ich nich alles Spektakuläre in 2 Wochen machen muss…sonst langweile ich mich vielleicht irgendwann?! Es gibt keinen Stress, wie er manchmal im Urlaub auftritt: „Das müssen wir noch sehen!“, „Und das soll auch so super sein, hat mir Tante Inge erzählt!“, „Aber das schaffen wir nicht, lass uns lieber das hier anschauen!“…;)

Es ist mehr oder weniger viel passiert, seit meinem letzten Eintrag. Freitag nach dem Nationalfeiertag haben wir hier in Fantoft, dem Studentenwohnheim, auf unserer Etage ne hübsche Party gehabt. Drei Geburtstage feiern: einen nachfeiern, einen richtigen und einen vorfeiern. Um neun kamen die ersten Gäste, um sieben lag ich erschlagen in meinem Bett. Das heißt, fast 12 stunden feiern…wow :D

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Jedenfalls war es für mich ne gute Gelegenheit mehr Leute kennen zulernen, was auch ganz gut funktioniert hat. Mitunter zwei schwule Norweger…hach wie süß ;) sehr witzig die zwei…sie bedienen beinahe jedes Klischee…Mein Highlight des Abends, bzw. der Nacht war dann, dass ich mich (ein wenig) angeheitert ;) ausgeschlossen habe. Sind die Zimmer in Fantoft einmal zu, sind sie zu. Liegt der Schlüssel drinne, hast du (bzw. ich) Pech. Unter der Woche kein Problem, geht man einfach zur Rezeption und lässt sich wieder aufmachen. Am Wochenende, speziell gegen 5 Uhr morgens nicht so einfach und auch nich so billig. Man muss die Security-Firma anrufen, die kommen dann irgendwann mal und wollen dafür, dass sie nen Schlüssel ins Schloss stecken auch noch 300kr (ca. 37€). Ok…was sollte ich anderes machen? Aber wie mir die nette Dame vom Sicherheitsdienst versicherte, war ich wohl nich die erste in dieser Nacht…und alle anderen haben mir versichert, dass das jedem schon mal passiert ist und es wahrscheinlich nach dem kleinen Schock jetzt nich mehr passieren wird. Nun ja…ich bin mir da nich so sicher ;) Leute, die mich kennen, wissen warum…

Letzten Sonntag kamen dann Sara und ihr Freund Falk aus Deutschland nach Bergen. Die beiden haben hier ihre Norwegenrundreise gestartet. Nachdem ich am Hafen ankam, um sie abzuholen, hab ich mich schon gewundert…Wo ist die große Fähre? Nun, ich war etwas zu spät…sind sie schon weg? Nein, der Hafenarbeiter sagte mir dann, dass hier heute gar keine Fähre aus Dänemark ankommt…Mist…was haben die mir erzählt? Aber am anderen Hafen, da kommt heute eine an. Ok, dann bin ich nur am falschen Hafen. Aber wie bitte sehr Sonntags ohne Stadtplan zum zweiten Hafen kommen? Ich hab’s dann natürlich doch irgendwie geschafft…viel zu spät, aber ich hab’s geschafft ;)

Mit dem Auto sind wir dann ein Stückchen stadteinwärts gefahren und ich hab den beiden schon ein bisschen was von Bergen gezeigt. Vom Hunger getrieben sind wir dann zu McDonalds. NEIN, ich werde hier nie wieder zu McDonalds gehen. So gut is das Essen da auch nich, dass ich für ein popliges Menü umgerechnet 10€ (!) bezahle. Also echt mal. Wie war das doch gleich mit dem BigMäc-Index???

Weil Sara und Falk verständlicher Weise etwas geschlaucht waren von der langen und etwas turbulenten Überfahrt war das Einzige was wir an diesem Tag dann noch gemacht haben, uns die Stabkirche hier in Fantoft anzuschauen. Die ist nur 10min von hier entfernt und wirklich einen Besuch wert. Meiner Meinung nach strahlen diese altreligiösen Stätten immer eine ganz besondere Mystik aus, was mir auch schon im letzten Urlaub in der Stabkirche von Borgund aufgefallen ist. Wir haben uns dann noch über die vielen Bäume da aufgeregt, versperren sie einem doch die ganze schöne Aussicht ;) In Ilmenau, vom Lindenberg hat man nach Kyrill einen viel besseren Blick :D also ehrlich mal…

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Da am Montag bestes Himmelblau-Wetter war, sind wir zu dritt auf einen der sieben Berge rund um Bergen, den Fløyen, gewandert. Es wird wohl für mich nicht das letzte Mal gewesen sein…es war wirklich toll. Oben am Aussichtspunkt angekommen hatte man wirklich eine Bombensicht. Und ich glaube, ja Mutti und Vati ;) , sie war noch besser als wir 2005 da waren. Man konnte bis weit auf die vorgelagerten Inseln schauen. Abgeschlossen haben wir das ganze dann wieder unten angekommen mit einem leckeren norwegischen Eis, das beste Eis in the whole wide world :) Also hatte sich der Ausflug wirklich gelohnt, zumal es am Dienstag wieder aus Kübeln geschifft hat. Sara und Falk sind dann Mittwoch morgens wieder abgereist um ihre zwei Wochen Urlaub ;) mit weiteren schönen Sachen zu füllen.

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Dienstag gab’s dann auch noch ein Highlight…nun ja, kann man sehen wie man will…Ich habe Bill Clinton gesehen. Also, wenn ich nach Norwegen gehe, rechne ich wohl eher damit, die königliche Familie zu sehen, als Bill Clinton. Er war hier zum Dinner bei irgendwelchen Ölfuzzis eingeladen, die ihm wahrscheinlich Unmengen an Geld gezahlt haben, dass er da auftaucht. Jedenfalls fand dieses Dinner in den Håkonshallen statt und das wiederum ist in demselben Park, in dem auch mein Arbeitsplatz ist, in der alten Festung von Bergen. Auf dem Heimweg zum Bus ist er dann mit all seinen Bodyguards und Leuten, die unheimlich wichtig aussahen an mir vorbei gelaufen. Gott bestrafe mich, ich hatte keine Kamera dabei ;)

Donnerstag und Freitag war mächtig Stress auf Arbeit angesagt, nicht nur das Anne und ich unbedingt ein Pitching Package für einen luxemburgischen Filmfund fertig machen mussten, dazu kam, das sich für ein paar Tage Leute vom NRK, dem quasi öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Norwegen, in unserem Büro eingenistet hatten. Bis zum 4. Juni ist in Bergen ein Musik- und vor allem Jazzfestival. Darüber haben die Leute vom NRK dann berichtet. Leute vom Fernsehen sind auch immer gestresst und unter Zeitdruck. Sie sind es nicht nur selbst, sie verbreiten auch permanent Stress und Druck ;) immer Gewusel und geschäftiges Treiben. Aber sehr interessant mit an zu sehen und sehr nette und witzig Leute.

Dieses Wochenende ist Abschiedsstimmung auf unserem Gang. Eric aus Hawaii wird noch heute Nacht abreisen. Sehr schade, ich hab mich wirklich gut mit ihm verstanden. Aber ich konnte einiges aus seiner Zimmerauflösung abstauben ;)

 

Morgen haben wir auch frei, Pinse heißt es hier. Ich werd den Tag wohl nutzen um meinen Saustall hier mal aufzuräumen. Ich bin hier genauso unordentlich wie zu Hause. Ich sollte mich schämen….

17. Mai – Nasjonaldagen – Nationalfeiertag

Mai 22, 2007

Hier in Norwegen war am 17. Mai…also letzten Donnerstag…Nationalfeiertag.

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Während sich in Deutschland letzten Donnerstag nur die Männer bzw. die Väter feiern, feiert sich hier ein ganzes Land. Ich, als Deutsche, war sehr überrascht wie man in anderen Ländern einen Nationalfeiertag feiern, ja zelebrieren kann. In Deutschland hat man frei, ja…was eigentlich noch? Ja, hier und da ein paar Reden und wenn man Glück hat is Anfang Oktober noch schönes Wetter und man kann grillen….die Norweger ziehen sich ihre besten Sachen an, vorzugsweise Trachten, putzen sich die Schuhe, packen ihre vielen Kinder ein und feiern sich.

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Bergen, wurde mir gesagt, is the place to be for nationalday. Selbst aus Oslo kommen die Leute her um hier zu feiern. Schon morgens pilgern sie zu tausenden in die Stadt. Wir haben uns ein bisschen mehr Zeit gelassen und sind erst um 10 Uhr mit dem völlig überfüllten Bus in Richtung Zentrum gefahren. Um 11 sollte dann die große Parade zu Ehren Norwegens beginnen. Leider sind es viel zu viele Menschen um überhaupt einen einigermaßen ordentlichen Platz zu bekommen…und weil ich mal wieder Touri spielen musste und dumm rum fotografiert hab, hab ich auch gleich mal die Gruppe verloren. Ja…wo sind sie denn? Shit, zu viele Menschen…Wo is die grüne Jacke von Kristin…Shit, da sind sooo viele grüne Jacken…Nach 10 Minuten suchen hatte ich es dann schon fast aufgegeben und wollte alleine los gehen, glücklicherweise haben Eric und Florian aber gemerkt, das wer fehlt und haben mich gesucht. Aufgrund dessen sie dann auch die Gruppe verloren hatten ;)

Also, sind wir dann einfach zu dritt los und sind einfach irgendwo hin gelaufen…keine Ahnung wo wir am Ende waren, aber wir hatten einen super Platz und das is die Hauptsache ;)

Nach dem die Parade ewig gebraucht hat, bis sie bei uns vorbei gekommen is, wollte sie dann leider auch nicht mehr aufhören. Nach Militärorchester, Matrosen- und Veteranenaufmarsch, Kinder-machen-Flickflacks, Frauen in Trachten, Müttern mit Kindern und Studenten mit Bier war immer noch kein Ende in Sicht…

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Nach ca. 1 ½ Stunden waren wir dann der Meinung, wir haben jetzt alles gesehen und haben versucht die anderen wieder zu finden. Thank god, dass es das Handy gibt. Die Parade ging dann noch fast eine Stunde bis Schluss war…wir haben uns lieber ein HotDog gegönnt und uns bei wunderschönstem Nationalfeiertag-Bergen-ohne-Regen-Wetter in die Sonne gelegt.

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Auf der Suche nach einem Supermarkt, der auch Feiertags geöffnet hat, haben wir uns noch mal verlaufen, sind dann aber doch am Ziel angekommen. Wir wollten nämlich lecker Grillpølser kaufen…also die blassen Würstchen, die man hier auf den Grill legt. Ich als verwöhnte Thüringerin war natürlich erstmal sehr skeptisch ob das nicht wohl eher eine Verschandelung der Grillkultur sei, als lecker Wurst. Nun gut, zurück im Wohnheim angekommen, gab’s dann also Grillpølser…. es schmeckt eher wie Hotdog als nach Bratwurst. Aber mit Brötchen, viel Senf, Ketchup und Röstzwiebeln schmeckt’s doch ganz gut ;)

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Nach einer ausgiebigen Siesta ;) in Verbindung mit gemeinschaftlichem amerikanische Serien gucken haben wir dann nur noch gewartet bis es wenigstens dämmert (also so gegen 23.00) und haben uns dann noch mal in einen völlig überfüllten Bus gesetzt um uns das Feuerwerk anzuschauen. Feuerwerk…kennt ihr ja alle…war toll…war bunt…war laut

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Alles in allem find ich es sehr schön, wie die Norweger ihren Nationalfeiertag feiern. Was mich sehr überrascht hat, ist, dass sogar sehr viele sehr junge Frauen und Männer oder auch Mädchen und Jungen hier Trachten anhatten. Das ist hier eben nicht nur eine Sache, die den Älteren vorbehalten ist. Und ich finde es eigentlich schade, dass man so etwas (zumindest im Kleinformat) nicht auch in Deutschland macht. Es sollte nicht nur als freier Tag gesehen werden. Sicher haben die Norweger viele Dinge auf die sie stolz sein können und sie besitzen an sich schon einen gut ausgeprägten Nationalstolz. Aber ich bin der Meinung, langsam kann der Deutsche in gewissen Weisen auch wieder anfangen sich zu seinem Land zu bekennen und seinen Nationalfeiertag nicht nur mit Bier vorm Fernseher zu „feiern“.

 

- Sie lasen das Wort zum Sonntag – :)

 

 

Ach ja…Bilder gibt’s jetzt rechts unter Blogroll/Galerie…

Alle wichtigen Daten

Mai 18, 2007

Für alle Anrufe, Postkarten und Geldzuwendungen (Bitte vorher in norwg. Kronen umtauschen) ;) gelten ab jetzt folgende Daten:

Post:

Annelie Hanf

Fantoft Studentboliger

Postboks 304

5075 Bergen / Norway

Tel.: +47 55 27 6538

Skypename: LieschenH

Falls jemand nicht per Skype anrufen kann oder möchte, kann man auch mit Billigvorwahlen ab ca. 1-2cent/min nach Norwegen telefonieren. Einfach mal hier schauen: http://www.telespiegel.de/html/telefonspiegel.html

Førsten dager i Norge

Mai 16, 2007

Um 3.30 Uhr aufstehen ist schon ne Qual, zumal ich die Nacht nicht wirklich gut geschlafen habe. Aber ich sollte die Vorzüge einer dunklen Nacht noch zu schätzen lernen wissen. Aber dazu später mehr.

Mit Kribbeln im Bauch und dem Gefühl „Da war doch noch was…Irgendwas hab ich vergessen!“ – mit dem ich meine Reisen, egal wohin, immer starte – ins Auto gesetzt und die morgendliche Thüringer Landschaft an mir vorüber ziehen lassen. Tschüss…komisch das alles erst in einem halben Jahr wieder zu sehen. Abschiede sind zudem was echt beschissenes, falls ihr es noch nicht wissen solltet ;)

Die Fahrt nach Berlin ging aber dann doch ziemlich schnell rum und in Berlin-Schönefeld angekommen, war ich doch ein bisschen enttäuscht. Das soll Berlins größter Flughafen sein? Nun ja, wenn ihr meint ;)

Auch das erste Mal alleine fliegen is ne Erfahrung. Nach dem ich meine Eltern ganz schnell verabschiedet hatte – weil alles andere macht nur Kummer – musst ich dann an der Handgepäck-Röntgen-Kontrolle (oder wie auch immer das heißt) erstmal meinen ganzen Rucksack auspacken, weil ich zu straff gepackt hatte, so dass die gar nix sehen konnten. Also alles raus und mir noch ne Verwarnung einkassiert, beim nächsten Mal bitte alles was flüssig oder schmierfähig is, doch bitte ins normale Gepäck zu tun. Ok, merk ich mir ;)

Mit nem kleinen schnuckeligen Flieger ging’s dann los, mit wunderschönem Blick über ganz Berlin. Über Norwegen hat man dann eigentlich gar nichts gesehen, außer Wolkenteppiche und Wolkenberge und ich dacht mir dann schon, na super Wetter habt ihr. Macht mal ein bisschen Sonne, wenn ich hier schon meinen Hintern hin bewege. Gesagt getan, Landeanflug über Bergen (für die, die denen ich es noch nicht hunderttausendmal gesagt hab: Bergen ist die regenreichste Stadt Europas, nicht wie immer alle denken ILMENAU), die Wolken sind verschwunden und vor mir tut sich ein gigantischer Ausblick auf. Überwältigend, die ganzen kleinen Inselchen, Hütten und Fischzuchtfarmen.

An der Gepäckabholstelle hat dann, wie sollte es auch anders sein, MEIN dicker Rucksack natürlich erstmal das Förderband verstopft, so dass alle da standen und gewartet haben bis jemand kam und ihn befreit hat. Alle meine Besitztümer scheinen meine Eigenschaften anzunehmen und wo sie nur können ins Fettnäpfchen zu treten.

Anne, meine zukünftige Chefin hat mich aber ganz lieb begrüßt und mich auch gleich in wilde Gespräche über das Bergensische Wetter und die Natur Norwegens verwickelt. So wurde mir immerhin diese Hemmschwelle genommen. Und weil’s grad so nett is, hat sie auch gleich vorgeschlagen, dass wir mir noch ein Fahrrad holen können, von ihrer besten Freundin, die grad in ihrem Sommerhaus auf dem Land is. Und im Büro könnte ich schlafen, da würde ich mir ne Menge Geld sparen. Kam mir natürlich alles sehr gelegen, ich werd der Norwegischen Wirtschaft hier noch genug Geld da lassen. Also, erstmal ins Büro gefahren, meine Sachen abgeladen und nen kleinen Rundgang gestartet. Also, ehrlich. Nen schöneren Arbeitsplatz kann ich mir wohl nich wünschen. Direkt am Hafen in der alten Festung von Bergen, mitten im Park mit schönem Ausblick. So lässt es sich doch leben :)

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Und dann aber auch gleich wieder ab ins Auto und auf’s Land, was hier aber nicht Bauernhof- und Feldidylle heißen muss, sondern eher Fjorde, Berge und Modelleisenbahnlandschaft. Elisabeth, Annes Freundin hat mich dann auch gleich ganz herzlich empfangen. Gleich mal nen Kaffee trinken und bisschen quatschen, über Gott und die Welt. Alle Norweger, die ich bis jetzt hier kennen gelernt hab, sind es auch noch nicht viele, sind unheimlich aufgeschlossen und herzlich.

Und da das Wetter zur Begrüßung gleich alle Register gezogen hat, haben wir die Gunst der Stunde genutzt und ne Rudertour auf dem Fjord, der übrigens gleich vor der Haustür des wunderschönen gelben Holzhauses liegt, gemacht. Und so hab ich Norwegen gleich im schönsten Postkartenromantikcharme erlebt. Und da ein Norweger oder auch Norwegerin wohl nie ohne Angel raus fährt wurde die gleich mal ausgeworfen in der Hoffnung was Leckeres zum Abendbrot zu fangen. Auch wenn mir der Wind mächtig um die Nase geblasen hat, hat mich Norwegen mal wieder völlig in seinen Bann gezogen. Ich weiß nicht, ob die Fotos diese Stimmung rüber bringen, aber es ist einfach mit nichts anderem zu vergleichen. Und mein kleiner Zukunftstraum hat sich da auch noch tiefer eingebrannt. Wenn ich mal groß bin und ganz viel Geld hab und irgendwann nicht mehr arbeiten muss (also wahrscheinlich mit 80 ;) ), dann kauf ich mir hier eine Insel mit einer roten Holzhütte drauf und dann können sie mich alle mal :P Aber bis dahin is es noch ein weiter Weg und so bleibt nur das Traumschlösschen.

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Geschlafen hab ich die erste Nacht sehr gut, verständlicher Weise. Und da ich sowieso schon 21.30 eingeschlafen bin, ist mir noch gar nicht richtig bewusst geworden, wie hell es doch draußen noch ist. In der zweiten Nacht ist das schon anders gelaufen. Erst gegen 23.00 hat es angefangen zu dämmern und dann in einer ganz seltsamen Lichtstimmung. Aber kaum ist es dunkel, wird es auch schon wieder hell, um 3.00 geht die Sonne wieder auf. Ich hab schon von einigen gehört, dass sie hier am Anfang Schlafprobleme hatten, da man komplett aus dem Rhythmus gerät. Dabei ist erst Mai, das ganze erreicht dann in einem Monat seinen Höhepunkt. Dann wird es viele Tage überhaupt nicht dunkel. Mal schauen wie ich damit klar komme.

In mein Zimmer bin ich gestern eingezogen. Im Studentenwohnheim in Fantoft, bisschen außerhalb vom Stadtzentrum, hab ich im 17. Stock (der Fahrstuhl ist ausfallanfällig, hat man mir berichtet) ein 17qm Zimmer mit eigenem Bad. Die Küche teil ich mir mit 7 anderen Leuten, eigentlich. Im Moment sind’s nur 4, da viele schon ausgezogen sind. Hier ist jetzt fast Ende des Semesters. Also wohnen derzeit eine Norwegerin, ein Kolumbianer und zwei Deutsche mit in meinem „Sektor“. Das Zimmer ist wirklich schön eingerichtet, im Moment noch ein bisschen kahl, aber das wird sich wohl bald ändern ;)

Allgemein kann ich meine ersten Eindrücke schwer beschreiben. Im Moment ist alles noch ein wenig chaotisch, unkoordiniert und ungewohnt. Die Preise, die Sprache und so manche Gepflogenheit. Auch das Wetter is, wie es lustig is. Sonntag noch strahlender Sonnenschein, gestern schon Regen, nachmittags aber wieder keine Wolke am Himmel und abends wieder Regen. Heute das gleiche Schauspiel. Die Kunst des täglichen Anziehens muss ich also auch noch lernen ;)

Mehr Bilder gibt’s sobald ich Zeit gefunden hab, alle hochzuladen :)