Tilbake i Tyskland – Zurück in Deutschland

By anneliehanf

Mit etwas Verspätung aber kurz vor Weihnachten ;) kommt hier mein Ich-bin-zurück-Erlebnis-und-Erfahrungs-Bericht.

Seit ca. 5 Wochen bin ich nun schon wieder in Deutschland, aber so richtig angekommen bin ich immer noch nich. Es ist manchmal immer noch komisch und ab und an schleicht sich auch wirkliches „Heimweh“ ein. In gewissen Momenten kommen Erinnerungen hoch und dann ist es immer so, als wenn man sich von seiner großen Liebe getrennt hätte…ihr kennt das vielleicht: Lieder, Gerüche oder Situationen verursachen Herzstechen und Sehnsucht.

hach, bin ich heut wieder verkitscht…

Meine ersten Tage in Deutschland waren reichlich komisch. Los geflogen bin ich in Bergen bei schönstem Sonnenschein, dem gleichen Wetter bei dem ich 6 Monate vorher auch angekommen bin. Es war, als wollte mir Bergen gebührend auf Wiedersehen sagen und sich von seiner schönsten Seite zeigen. Jule, Diego und Juan haben mich zum Flughafenbus gebracht und der Abschied war erwartungsgemäß schwer und tränenreich. Aber durch das wunderschöne Wetter hatte ich aus dem Flugzeug noch mal einen einwandfreien Blick auf „mein“ Bergen und Norwegen.

In Deutschland angekommen, war doch alles sehr seltsam. Alle um mich rum sprechen auf einmal deutsch und ich kann meinen Kaffee auch auf Deutsch bestellen ;) Am nächsten Tag in der Mensa hab ich dann an der Theke auch ernsthaft überlegt, wie ich „Bitte nicht so viel Käse“ auf Norwegisch sage, bis mir eingefallen ist, dass ich es gerne auf Deutsch probieren kann ;) Auch, dass auf einmal alles so „billig“ ist hat mich gefreut. Erst mal ordentlich shoppen gehen ;) Ich musste aufpassen, dass ich nicht in einen großen Kaufrausch verfalle. Und da ich seit einem halben Jahr aus Kostengründen nicht mehr richtig Fleisch gegessen habe, also wenn dann nur mal bisschen Puten- oder Hackfleisch, hab ich mir von Muttern auch erstmal nen ordentlichen Braten zum Mittagessen gewünscht. Ne standesgemäße Thüringer Bratwurst und nen guten Döner gab’s auch :) . Auch musst ich mir wieder angewöhnen, nicht ohne zu schauen über den Zebrastreifen zu gehen. In Norwegen geht das, weil wirklich jeder anhält, da muss man eigentlich nicht nach links und rechts schauen.

Jedoch wurde ich hier in Deutschland vom allgegenwärtigen Weihnachtstrouble überrumpelt. Wo sie in Norwegen als ich abgereist bin, gerade mal angefangen haben dezent die Schaufenster und Straßen zu schmücken, ist hier schon seit September Weihnachten und es hängt einem schon zum Hals raus. Das fand ich Norwegen dann doch um einiges angenehmer als hier. Es hat mich regelrecht erschlagen.

Das waren so die primären Dinge, die mir bei meiner Ankunft und dem Wieder-Einleben aufgefallen sind. Wie seh ich mein halbes Jahr in Norwegen aber nun nach 5 Wochen Deutschland? Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass es die beste Entscheidung ever war, nach Norwegen zu gehen. Ich habe soviel gelernt, soviel gesehen, soviel erlebt. Ich vermisse Norwegen, Bergen und meine zurückgelassenen Freunde sehr, bin aber froh, dass all das jetzt Teil meines Lebens ist, was ich nie vergessen werde. All meine Freunde aus dem halben Jahr haben tiefe Eindrücke hinterlassen und noch nie hab ich so viele Menschen aus so vielen verschiedenen Ländern und Kulturen kennen gelernt. Viele haben mich schon gefragt, ob ich es mir vorstellen könnte für immer nach Norwegen zu gehen und ich muss jedes Mal sagen, ich weiß es nicht. So schön die Zeit war, aber ich bin mir bewusst, dass ich im Studentenwohnheim in einer „Scheinwelt“ gelebt habe. Dadurch, dass dort so viele junge Leute leben, hat man sofort Anschluss und Kontakt. Es ist immer was los und eigentlich keine Zeit für Heimweh. Wohnheimzimmer sind vergleichsweise billig und auch so hat man als „Student auf Zeit“ in Norwegen wenige Ausgaben. Aber wenn man wirklich hier leben will, sieht das ganz schon anders aus. Die Norweger sind bekanntermaßen etwas schwerfällig, wenn es um Kontaktaufnahme geht ;) Das heißt, eher distanziert bis kalt…bis man sie einmal geknackt hat, dann ist es wieder etwas anderes. Aber wenn man dann hier arbeitet, ist es auch schwer Anschluss zu finden. Kollegen ja, aber Freunde? Schwierig. Auch die finanzielle Frage stellt sich da. Sicher, man verdient um einiges mehr, hat aber auch viel höhere Ausgaben als in Deutschland. Ich würde gern noch einmal für eine absehbare Zeit nach Norwegen, aber leben…da bin ich mir noch nicht sicher.

Zum Schluss möchte ich noch einmal alle diejenigen Leute namentlich nennen, die mir dieses halbe Jahr zu einer unvergesslichen Zeit gemacht haben…hiermit gehen Küsschen und Grüße an Susi, Jule, Diego, Juan, Pilar, Mikal, Sabrina, Odd, Charles, Anne, Chanchal, Espen, Eric, Brad, David, Natalie, Florence, Steffi und Maitè …ein Arschtritt geht hiermit an Jérémy, Santi und Edu (Pablo)…alle anderen, die ich vergessen haben sollte, sowohl mit Grüßen/Küsschen als auch Arschtritt…tut mir leid ;) fühlt euch gegrüßt/geküsst oder wahlweise getreten…

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich diesen Blog hiermit schließe oder ob ich eventuell weiter schreiben soll, ich aber den Blog-Titel umbenenne…Immerhin folgen im Januar und Mai noch mal Trips nach Bergen….Ich werde sehen…vielleicht mach ich auch mal eine Umfrage ;) Jedenfalls hatte mein Blog in nun etwa 7 Monaten 3118 Zugriffe, 25 Beiträge und 40 Kommentare. Ich schätz mal, das is ne ganz gute Quote für nen Blog-Anfänger wie mich ;)

Eine Antwort zu „Tilbake i Tyskland – Zurück in Deutschland“

  1. Herr S. sagt:

    „Ich würde gern noch einmal für eine absehbare Zeit nach Norwegen, aber leben…da bin ich mir noch nicht sicher.“

    wie? ich denk’ das war ne abgemachte sache? ich hab die rote holzhütte schon angezahlt!!!1111elf

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