Da bei mir in den letzten Tagen nicht viel passiert ist, ich aber ein bisschen hinter her hänge mit dem nächsten Eintrag, widme ich mich heute mal nicht mir, sondern dem gemeinen (gemein im Sinne von durchschnittlich, nicht im Sinne von fies) Norweger, der hier (wie’s nur kommt?!) allgegenwärtig ist. Dies werd ich zugleich mit ein paar wenigen aber, wie ich finde witzigen Schnappschüssen verbinden, die mir hier vor die Linse gekommen sind und ein paar schmalzig-romantischen Sonnenuntergangsfotos, die ich bis jetzt nur noch nich unterzubringen gewusst hab, hehe…
Also, *räusper* beginnen wir mit der (bitte ironisch aufzufassenden) Abhandlung zum Norweger (lat. Homo sapiens borealis = der nördliche Mensch )
…nein, ich kann sonst kein Latein
1. Der Norweger an sich, besonders das Weibchen, liebt es sehr sich für die Öffentlichkeit heraus zuputzen, umgangssprachlich sich aufzutakeln. So ist es keine Seltenheit bei dem Gang über den Fischmarkt die Verkäuferin kurz mit einem Spiegel abtauchen zu sehen, um sich den Lidstrich nach zu ziehen oder zu beobachten, wie das ca. 13jährige (!) weibliche Jungtier im Bus den Mascara auffrischt. In freier Wildbahn begegnet man selten jungen Weibchen, die nicht bis an die Wimpernspitze mit MakeUp zugeschmiert (müsste man beinahe schon sagen) sind. Auch die geschlechtsreifen Männchen sind sich ihrer Wirkung bewusst und halten es deshalb für nötig sich bei jedweder Haarlänge selbige mit viel WetLook-Gel einzuschmieren, was dann und wann den Eindruck eines nassen Bernhardiners macht. Zudem hat mich der Verdacht beschlichen, dass vor allem die weiblichen Exemplare ein Jahres-Abo bei H&M zu haben scheinen, was sie untereinander nur sehr schwer unterscheidbar macht.
2. Die Rasse des Homo sapiens borealis neigt zudem sehr zu Massenverhalten, so sieht man die Jungtiere selten mit anderen Kopfhörern herumlaufen, als mit denen eines bestimmten Typs von Panasonic, und nur diesen. Mir wurde gesagt, dass eine entsprechende Werbekampagne von Panasonic hier sehr fruchtbaren Boden gefunden hat. Auch das Tragen von Jogging- und Trainingshosen gehört hier zum Trend, vor allem durch die Weibchen. Seltsamerweise sieht es meistens weder assozial noch unpassend aus, da es offensichtlich keine Hosen von Aldi sind. Und da ich die Erfahrung, dass Trends in Norwegen in ein paar Monaten Trend in deutschen bzw. südeuropäischen Großstädten sind, bereits gemacht habe, bin ich gespannt
Meine Wenigkeit hatte jedenfalls noch nicht das Bedürfnis in Trainingshose auf die Straße zu gehen, auch hier nicht.
3. Auch das Trink- bzw. eigentlich Saufverhalten der Jungtiere mag zum Teil befremdlich anmuten. Diskutieren die deutschen Behörden dort zu lande noch über das Abschaffen von Flatrate-Parties, braucht man hier für Komabesäufnisse keine Motto-Party. Das allgegenwärtige Motto lautet „Es wird gesoffen, nicht getrunken“. Man kann Exemplare der norwegischen Spezies abends sehr oft sowohl mit den Folgen dieses Trinkverhaltens als auch mit der Polizei in den Straßen kämpfen sehen.
4. Der gemeine Norweger neigt dazu, überall Systeme zum Nummern ziehen zu installieren. War es mir auf der Meldestelle oder an der Rezeption des Wohnheims noch einleuchtend, entzieht sich mir die Logik des Nummernziehens am Fleischerstand vollends, da ein einziger chaotischer Haufen an selbigem steht, vor dem ohne hin schon zu wenig Platz ist. Anscheinend haben es die Norweger nicht so mit dem guten deutschen Schlangestehen
5. Überkommt einen Deutschen in der Öffentlichkeit oder auch im Bekanntenkreis der urmenschliche Drang zu Niesen, so wird ihm spätestens nach dessen Zulassens von allen Seiten ein herzhaftes „Gesundheit“, abgewandelt auch „Mahlzeit“, zugerufen. Der gemeine Norweger ignoriert. Nein, vielleicht kann man nicht ignorieren sagen, er kennt es ja nicht anders
Jedenfalls kann das für Deutsche oder auch britische Staatsbürger („Bless you“) zu Anfang befremdlich wirken, ist es doch in unseren Kreisen unhöflich nichts zu erwidern. Ich denke, ich werde Probleme haben, wenn ich wieder in Deutschland bin
6. Dem aufmerksamen Beobachter, wie ich einer bin
, mag bei seinem Streifzug durch norwegische Gefilde der Gedanke kommen, dass die norwegische Spezies des Homo sapiens wohl niemals aussterben wird (anders als die deutsche)…bei der Unmenge an trächtigen Weibchen die ihre Kugelbäuche durch die Gegend schieben. Ich habe in meinem Leben noch nie so viele Schwangere auf einem Fleck gesehen, wie hier in Bergen. Begegnet einem in Deutschland vielleicht 4mal im Monat eine auf der Straße, sind es hier min. 2 pro Tag. Ok, in Bergen wohnen mehr Menschen als in Ilmenau…aber trotzdem…ein Hoch auf das norwegische Sozialsystem
7. Nicht dass es genug wäre, dass wegen des höheren Lebensstandards sowieso schon alles um einiges teurer ist als in Deutschland, erhebt der norwegische Staat oben drauf auch eine Luxussteuer. Unter Luxus fallen aber nicht nur Autos, Yachten oder die schicke Rolex…nein, auch Benzin, Kaffee, Duschgel, oder Tampons
8. Aber ganz so gemein ist der norwegische Staat mit seinen Bürgern dann doch nicht, müssen sie doch im Dezember weniger Steuern auf ihr Gehalt zahlen…wahrscheinlich damit mehr für die Weihnachtsgeschenke übrig bleibt
Ich werde weiter aufmerksam beobachten
Seltsames und witziges in Bild (und ohne Ton):

I’m a barbiegirl, in a Barbieworld
Ich muss jedes Mal aufpassen, dass ich kein Augenkrebs kriege, wenn ich diese Busse vorbeifahren sehe…
Utlendingsavsnittet = Fremdenbüro, Bureau d’etranger = Fremdenbüro , Fremdenbüro = Fremdenbüro, Alien Office = ???? (Ausländer = Aliens??)

In Bergen gibt es natürlich auch einen Regenschirm-Reparaturdienst, wo auch sonst
Das Geschäft, in dessen Schaufenster Fotos von Adolf Hitler und ne Menge Hakenkreuze als Deko eingesetzt werden, hab ich indes noch nicht ausfindig machen können. Aber mir wurde davon erzählt.
Und zum Schluss noch was ganz anderes. In meiner Blog-Statistik kann ich einsehen über welche Suchmaschinenbegriffe manche Leute auf meinen Blog gelangen (wahrscheinlich manchmal eher durch Zufall). Sind Begriffe wie „annelie hanf blog“, „Bergen 17. Mai“ oder „Midtsommernatt Norge“ noch einleuchtend, frag ich mich bei dem Suchbegriff „geile Putzfrau“ ernsthaft 1. Gibt es geile Putzfrauen?, 2. Gibt es sexuelle Fantasien verbunden mit Putzfrauen?, 3. Wenn der jenige geile Putzfrauen sucht, warum dann in meinem Blog? und 4. Wen interessiert’s?? (Antwort auf 4.: http://www.wayne-interessierts.de/
Hallo Bruderherz
)
Ein anderer Suchbegriff war auch „Maden im Kaffee“…die arme Sau, die Maden im Kaffee hat…oder wollte er wissen, wie Maden im Kaffee schmecken?!
Ach ja…hier die schnulzigen Sonnenuntergangsbilder, eh ich es wieder vergesse…(die meisten sind aus meinem Zimmer raus fotografiert und ich schwöre da is kein Photoshop im Spiel
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