Seit heute sind für mich die ersten zwei Wochen in Bergen um…2 Wochen, das ist im Normalfall genau die Zeit, die man in einem Urlaub verbringt. Theoretisch würde ich heute alle meine Sachen zusammenpacken. Theoretisch wäre heute Abreisetag. Theoretisch würde ich ab morgen damit anfangen, alle meine Eindrücke aus 2 Wochen Urlaub zu verarbeiten. und theoretisch würde ich in den nächsten Tagen Fotos entwickeln lassen.
Praktisch bleib ich hier. Praktisch sind es keine Ferien und praktisch kann ich viel mehr erleben als in zwei Wochen Urlaub.
2 Wochen hier zu leben fühlt sich auch nicht an wie zwei Wochen Urlaub. Wahrscheinlich liegt das daran, dass man im Urlaub so viel wie möglich an Attraktionen und Highlights mitnimmt, so dass man am Ende glaubt, einen ganzen Monat unterwegs gewesen zu sein. So ist es zumindest bei mir oft. Ich verarbeite erst im Nachhinein, wie viel ich eigentlich gesehen hab. Hier kann ich mir aber sagen, dass ich noch Zeit habe. Das ich nich alles Spektakuläre in 2 Wochen machen muss…sonst langweile ich mich vielleicht irgendwann?! Es gibt keinen Stress, wie er manchmal im Urlaub auftritt: „Das müssen wir noch sehen!“, „Und das soll auch so super sein, hat mir Tante Inge erzählt!“, „Aber das schaffen wir nicht, lass uns lieber das hier anschauen!“…;)
Es ist mehr oder weniger viel passiert, seit meinem letzten Eintrag. Freitag nach dem Nationalfeiertag haben wir hier in Fantoft, dem Studentenwohnheim, auf unserer Etage ne hübsche Party gehabt. Drei Geburtstage feiern: einen nachfeiern, einen richtigen und einen vorfeiern. Um neun kamen die ersten Gäste, um sieben lag ich erschlagen in meinem Bett. Das heißt, fast 12 stunden feiern…wow
Jedenfalls war es für mich ne gute Gelegenheit mehr Leute kennen zulernen, was auch ganz gut funktioniert hat. Mitunter zwei schwule Norweger…hach wie süß
sehr witzig die zwei…sie bedienen beinahe jedes Klischee…Mein Highlight des Abends, bzw. der Nacht war dann, dass ich mich (ein wenig) angeheitert
ausgeschlossen habe. Sind die Zimmer in Fantoft einmal zu, sind sie zu. Liegt der Schlüssel drinne, hast du (bzw. ich) Pech. Unter der Woche kein Problem, geht man einfach zur Rezeption und lässt sich wieder aufmachen. Am Wochenende, speziell gegen 5 Uhr morgens nicht so einfach und auch nich so billig. Man muss die Security-Firma anrufen, die kommen dann irgendwann mal und wollen dafür, dass sie nen Schlüssel ins Schloss stecken auch noch 300kr (ca. 37€). Ok…was sollte ich anderes machen? Aber wie mir die nette Dame vom Sicherheitsdienst versicherte, war ich wohl nich die erste in dieser Nacht…und alle anderen haben mir versichert, dass das jedem schon mal passiert ist und es wahrscheinlich nach dem kleinen Schock jetzt nich mehr passieren wird. Nun ja…ich bin mir da nich so sicher
Leute, die mich kennen, wissen warum…
Letzten Sonntag kamen dann Sara und ihr Freund Falk aus Deutschland nach Bergen. Die beiden haben hier ihre Norwegenrundreise gestartet. Nachdem ich am Hafen ankam, um sie abzuholen, hab ich mich schon gewundert…Wo ist die große Fähre? Nun, ich war etwas zu spät…sind sie schon weg? Nein, der Hafenarbeiter sagte mir dann, dass hier heute gar keine Fähre aus Dänemark ankommt…Mist…was haben die mir erzählt? Aber am anderen Hafen, da kommt heute eine an. Ok, dann bin ich nur am falschen Hafen. Aber wie bitte sehr Sonntags ohne Stadtplan zum zweiten Hafen kommen? Ich hab’s dann natürlich doch irgendwie geschafft…viel zu spät, aber ich hab’s geschafft
Mit dem Auto sind wir dann ein Stückchen stadteinwärts gefahren und ich hab den beiden schon ein bisschen was von Bergen gezeigt. Vom Hunger getrieben sind wir dann zu McDonalds. NEIN, ich werde hier nie wieder zu McDonalds gehen. So gut is das Essen da auch nich, dass ich für ein popliges Menü umgerechnet 10€ (!) bezahle. Also echt mal. Wie war das doch gleich mit dem BigMäc-Index???
Weil Sara und Falk verständlicher Weise etwas geschlaucht waren von der langen und etwas turbulenten Überfahrt war das Einzige was wir an diesem Tag dann noch gemacht haben, uns die Stabkirche hier in Fantoft anzuschauen. Die ist nur 10min von hier entfernt und wirklich einen Besuch wert. Meiner Meinung nach strahlen diese altreligiösen Stätten immer eine ganz besondere Mystik aus, was mir auch schon im letzten Urlaub in der Stabkirche von Borgund aufgefallen ist. Wir haben uns dann noch über die vielen Bäume da aufgeregt, versperren sie einem doch die ganze schöne Aussicht
In Ilmenau, vom Lindenberg hat man nach Kyrill einen viel besseren Blick
also ehrlich mal…
Da am Montag bestes Himmelblau-Wetter war, sind wir zu dritt auf einen der sieben Berge rund um Bergen, den Fløyen, gewandert. Es wird wohl für mich nicht das letzte Mal gewesen sein…es war wirklich toll. Oben am Aussichtspunkt angekommen hatte man wirklich eine Bombensicht. Und ich glaube, ja Mutti und Vati
, sie war noch besser als wir 2005 da waren. Man konnte bis weit auf die vorgelagerten Inseln schauen. Abgeschlossen haben wir das ganze dann wieder unten angekommen mit einem leckeren norwegischen Eis, das beste Eis in the whole wide world
Also hatte sich der Ausflug wirklich gelohnt, zumal es am Dienstag wieder aus Kübeln geschifft hat. Sara und Falk sind dann Mittwoch morgens wieder abgereist um ihre zwei Wochen Urlaub
mit weiteren schönen Sachen zu füllen.
Dienstag gab’s dann auch noch ein Highlight…nun ja, kann man sehen wie man will…Ich habe Bill Clinton gesehen. Also, wenn ich nach Norwegen gehe, rechne ich wohl eher damit, die königliche Familie zu sehen, als Bill Clinton. Er war hier zum Dinner bei irgendwelchen Ölfuzzis eingeladen, die ihm wahrscheinlich Unmengen an Geld gezahlt haben, dass er da auftaucht. Jedenfalls fand dieses Dinner in den Håkonshallen statt und das wiederum ist in demselben Park, in dem auch mein Arbeitsplatz ist, in der alten Festung von Bergen. Auf dem Heimweg zum Bus ist er dann mit all seinen Bodyguards und Leuten, die unheimlich wichtig aussahen an mir vorbei gelaufen. Gott bestrafe mich, ich hatte keine Kamera dabei
Donnerstag und Freitag war mächtig Stress auf Arbeit angesagt, nicht nur das Anne und ich unbedingt ein Pitching Package für einen luxemburgischen Filmfund fertig machen mussten, dazu kam, das sich für ein paar Tage Leute vom NRK, dem quasi öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Norwegen, in unserem Büro eingenistet hatten. Bis zum 4. Juni ist in Bergen ein Musik- und vor allem Jazzfestival. Darüber haben die Leute vom NRK dann berichtet. Leute vom Fernsehen sind auch immer gestresst und unter Zeitdruck. Sie sind es nicht nur selbst, sie verbreiten auch permanent Stress und Druck
immer Gewusel und geschäftiges Treiben. Aber sehr interessant mit an zu sehen und sehr nette und witzig Leute.
Dieses Wochenende ist Abschiedsstimmung auf unserem Gang. Eric aus Hawaii wird noch heute Nacht abreisen. Sehr schade, ich hab mich wirklich gut mit ihm verstanden. Aber ich konnte einiges aus seiner Zimmerauflösung abstauben
Morgen haben wir auch frei, Pinse heißt es hier. Ich werd den Tag wohl nutzen um meinen Saustall hier mal aufzuräumen. Ich bin hier genauso unordentlich wie zu Hause. Ich sollte mich schämen….







Mai 29, 2007 um 9:09
Huhu Annelie
!
Schoen zu hoeren, dass es dir gut geht. Am Feiern biste ja zumindest schon mal kraeftig *g*.
. Das mit dem Bic Mac Index verstehe ich allerdings auch nicht wirklich…denn McDonalds spiegelt hier nicht im Geringsten das Preisniveau wieder. Bei dir kommt das dann ja schon eher hin … wie teuer ist ein Bier in der Kneipe bei dir?
Also zu McDonalds: Krass, ich zahle hier fuer ein Big Mac Menue umgerechnet 3,60 Euro. Deswegen war ich ja auch zu Beginn Dauergast. Aber jetzt bin ich schon seit 1 1/2 Monaten abstinent
Und das du schon wieder zwei Wochen in Norwegen schockiert mich!!! Hilfe, wieso vergeht die Zeit so schnell?
Und zum Schluss: Das mit dem Schluessel ist lustig, hehe.
Und ganz zum Schluss: Wie sehen denn die Norweger so aus? Entschuldige Annelie-Freund, aber das ist eine wichtige Info, hehe.
Einen dicken Schmatzer nach Norwegen,
Ailyn
Mai 29, 2007 um 9:18
Oehm, kann ich die halben Saetze und Rechtschreibfehler auch noch irgendwie bearbeiten?